Gestern und heute verschwimmen ineinander.
Nicht als Fehler, sondern als Zustand.
Astero. Venture. Wurmlöcher.
Gaswolken ernten, Relikte bergen. Wieder und wieder.
Der Raum verändert sich, aber das Gefühl bleibt gleich.
Ruhig. Gleichmäßig. Fast träge.
Ich fliege, scanne, warpe.
Ich docke an, docke ab, kehre zurück.
Ein Handgriff folgt dem nächsten, ein Klick dem vorherigen.
Kein Widerstand. Kein Überraschungsmoment.
Nur Arbeit.
Gas saugen, bis die Wolke versiegt.
Relikte öffnen, bis der Container leer ist.
Zeit verliert ihre Kanten, wird weich, formbar.
Man beginnt, im Rhythmus zu denken.
Scan – Cloak – Warten.
Ernten – Laden – Weiter.
Tag wird Nacht, Nacht wird Tag,
und nichts daran fühlt sich falsch an.
Manchmal reime ich innerlich, nur um den Takt zu halten:
Kein Feind, kein Schuss, kein Alarm im Blick –
nur Raum, nur Zeit, nur stilles Glück.
Es ist eine gefährliche Art von Frieden.
Nicht weil er lügt – sondern weil er einschläfert.
Wurmlöcher bestrafen keine Fehler sofort.
Sie merken sie sich.
Also bleibt das Radar mein ständiger Begleiter.
Nicht aus Angst, sondern aus Respekt.
Denn auch wenn nichts passiert,
kann alles passieren.
Wir sind nie allein, auch wenn niemand spricht.
Der Raum vergisst nicht, auch wenn man ihn übersieht.
Zwischen Gaswolken und Reliktfeldern denke ich über nichts Konkretes nach.
Keine Pläne. Keine Ziele. Nur Bewegung.
Entspanntes Bergen, entspanntes Abbauen.
Fast schon meditativ.
Der Ertrag summiert sich leise. Rund 70 Millionen ISK.
Nicht spektakulär. Nicht enttäuschend.
Ein Ergebnis, das zur Stimmung passt.
Vielleicht sind es genau diese Tage,
die entscheiden, wer man wird.
Nicht die Gefechte. Nicht die Verluste.
Sondern die Phasen dazwischen,
in denen man sich selbst zuhört.
Kein Drama, kein Lied, kein großer Bericht –
nur Alltag im Dunkel, im flackernden Licht.
Ich beende den Tag ohne Eile.
Schiffe gesichert. Frachträume geleert.
Morgen wird vermutlich ähnlich sein.
Und das ist… in Ordnung.