Jetzt.
Kein Rückblick auf etwas Großes, kein Nachhall von Verlust oder Gewinn. Nur Arbeit.
Ich bin mit der Astero in den benachbarten Wurmlöchern unterwegs, als Scout. Augen, Ohren, Gedächtnis. Während die anderen zu dritt die eigentliche Arbeit erledigen: Masse. Sprünge. Wieder und wieder durch dieselben Verbindungen, bis der Raum genug hat und kollabiert. Ein kontrolliertes Ersticken von Möglichkeiten.
Langweilig.
Aber notwendig.
Unser Heimatloch hatte zu viele offene Türen. Zu viele Variablen. Zu viele Wege hinein und hinaus, die nicht mehr unter Kontrolle stehen. Sicherheit im Wurmloch bedeutet nicht Mauern, sondern Reduktion. Weniger Optionen für andere. Klarere Entscheidungen für uns.
Meine Rolle ist passiv, fast meditativ. Ich scanne. Bestätige. Halte Position. Beobachte die Umgebung, während sich die anderen abnutzen. Kein Hacken, keine Relikte, keine Daten. Nur Scannerfenster und Masseberechnungen. Jede neue Signatur wird markiert, bewertet, ignoriert oder gemeldet.
Eine Stunde fühlt sich hier anders an.
Kein Zeitdruck, aber permanente Aufmerksamkeit. Gerade solche Momente sind gefährlich. Wenn nichts passiert, fängt man an, weniger genau hinzusehen. Genau dann passiert etwas.
Ich erinnere mich daran, während ich warte.
Die Löcher ächzen, verzerren sich, werden instabil. Erst subtil, dann eindeutig. Warnzeichen, die man nur erkennt, wenn man sie schon einmal ignoriert hat. Einer nach dem anderen kollabiert. Raum schließt sich. Stille folgt.
Kein Umsatz heute.
Kein Adrenalin.
Kein Eintrag für Killboards oder Marktverläufe.
Und trotzdem ist das hier vielleicht eine der wichtigsten Arbeiten überhaupt. Sicherheit entsteht nicht durch Siege, sondern durch Vorbereitung. Durch Stunden wie diese, die niemand erwähnt, weil sie nicht erzählenswert sind.
Ich sitze im Cockpit und denke, dass genau das der Preis für ein Zuhause im Wurmloch ist:
Manchmal ist es einfach nur… Arbeit.
Und man tut sie trotzdem.