Heute war kein Tag für Zweifel.
Heute war ein Tag für Vergeltung.
Nach dem gestrigen Verlust war klar: Stillstand kommt nicht infrage. Also habe ich in meinem Heimatgebiet angesetzt – dort, wo die Guristas glauben, die Kontrolle zu haben. Kleine Kampf-Anomalien zuerst. Aufräumen. Systematisch. Fast schon mechanisch. Die Exequror Navy Issue fühlte sich dabei an wie das, was sie ist: ein Arbeitstier. Kein eleganter Jäger, kein leiser Beobachter – sondern ein Schiff, das aushält, was andere zerreißt.
Und dann kam die Eskalation.
Geheime Daten. Guristas-Außenposten. Ein Versprechen, das man nicht ignoriert. Ich habe nicht lange gezögert, sondern bin zurück in den Hafen, habe das Schiff vorbereitet, Munition überprüft, Systeme feinjustiert. Keine Hektik. Keine Selbstüberschätzung. Nur Routine – diesmal die richtige Art.
Neun Sprünge später war ich tief im Low-Sec. Zu tief für Zufälle.
Das Nest der Guristas war genau das, was man erwartet: chaotisch, überfüllt, aggressiv. Aber sie hatten einen Fehler gemacht. Sie hatten auf kinetischen Schaden gesetzt. Und ich war darauf vorbereitet. Meine Panzerung hat ihre Salven geschluckt, als wären sie nichts weiter als Hintergrundrauschen. Treffer kamen durch – ja – aber nichts, was den Vormarsch gebremst hätte.
Der eigentliche Feind war nicht der Schaden.
Es war die Geduld.
Wrack um Wrack. Anfliegen, sichern, weiter. Langsam. Zäh. Irgendwann habe ich laut gelacht, als mir klar wurde, dass der gefährlichste Teil der Mission nicht der Beschuss war, sondern meine eigene Ungeduld beim Einsammeln der Überreste.
Notiz an mich selbst: Mobile Traktor Unit. Dringend.
Dann das Ziel.
Das Radioteleskop.
Schon aus der Distanz wirkte es wie ein Fremdkörper im Raum – zu ruhig, zu präzise, zu bedeutend für das, was es vorgab zu sein. Genau dort sollten die Daten liegen, von denen die Eskalation sprach. Ich habe mir Zeit gelassen. Einmal mehr überprüft. Dann angegriffen.

Es hielt nicht lange.
Ein paar Minuten konzentriertes Feuer, strukturelles Versagen, Stille. Keine Dramatik. Kein letzter Funkspruch. Nur das leise Gefühl, etwas ausgelöscht zu haben, das besser verborgen geblieben wäre.
Der Lohn war… ernüchternd.
1,5 Millionen ISK. Eine Level-8-Guristas-Aufsehermarke. Nichts, was Schlagzeilen macht. Und doch war es nicht umsonst. Nicht heute.
Denn dieser Einsatz hat etwas klargestellt:
Ich bin nicht hier, um reich zu werden.
Ich bin hier, um zu verstehen, wie tief diese Fraktionen wirklich reichen – und wie oft sie glauben, unbeobachtet zu sein.
Die Exequror hat gehalten.
Ich auch.
Aber ich merke, wie sich etwas verschiebt.
Weniger Neugier.
Mehr Berechnung.
Und vielleicht ist genau das der Punkt, an dem man aufpassen muss.